ZOOM vom BMBWF abgelehnt, von den Pädagogischen Hochschulen derzeit als notwendig erklärt

Zoom

Viele ConnectedKids-Schulen verwenden derzeit ZOOM als Möglichkeit, ihren SchülerInnen Unterricht über Video zu erteilen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Die Stellungnahme der Pädagogischen Hochschulen Österreichs seht die Entscheidung des BMBWF (siehe Blog auf ConnectedKids vom 21. 04.2020) als nicht gerechtfertigt – genau recherchierte Analysen von ExpertInnen stützen diese Auffassung.

Hier die komplette Stellungnahme. Auszüge davon:

Anforderungen an Distance Learning

„Es mutet kontraproduktiv an, wenn auf der einen Seite Distance Learning zu Recht massiv eingefordert wird, und im gleichen Atemzug basierend auf unreflektierten Datenschutzvorwürfen die dafür notwendigen Plattformen verboten bzw. diskreditiert werden (und zwar basierend auf Medienberichten).

Die Pädagogischen Hochschulen haben in kürzester Zeit reagiert und – unter anderem durch den Einsatz von ZOOM – einen regulären Lehrbetrieb und damit auch ein “verlustfreies” Studieren für die Studierenden ermöglicht.

Das war nur unter enormen Einsatz der verantwortlichen Personen und der Mitarbeit der Dozierenden und des Verwaltungspersonals möglich. So wurden innerhalb von Tagen hunderte Personen in der Nutzung der Software geschult, tausende Meetings in den letzten Wochen abgehalten, Anleitungen und Hilfestellungen erstellt, unzählige E-Mails, persönliche Telefonate, Beratungen und Gespräche geführt. Entsprechende Meldungen in den Medien, unterstützt durch die Formulierungen auf der BMBWF Website, konterkarieren diese Bemühungen.

Sowohl an den Hochschulen als auch an zahlreichen Schulen versuchen derzeit aus dem Home-Office viele Tausende von Lehrenden einen Studien- und Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, und zwar überwiegend auf privat finanzierten Geräten und über die private Internetverbindung, mit der Software und Plattformen von verschiedenen Anbietern, da die vom BMBWF dafür bereit gestellten Angebote allein nicht ausreichen.“

Fazit

„Zusammenfassend schlagen wir vor, mit Hinweis auf die vom Anbieter im Sinne des Datenschutzes getätigten Korrekturen sowie auf deeskalierende Stellungnahmen unabhängiger ExpertInnen (s.o.) die Warnung vor dem Einsatz von ZOOM auf Ebene des Ministeriums zurückzunehmen und die Bildungsdirektionen diesbezüglich zu informieren. Es ist nachvollziehbar, dass in der ersten Zeit der Corona-Krise schnell gehandelt werden musste. Dabei entstehen verständlicherweise auch vorübergehende (Fehl-)Einschätzungen, die in weiterer Folge laufend überdacht werden sollten – siehe beispielsweise das Statement aus der Schweiz.

Ein expertisegestütztes Government, insbesondere im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, sollte in der Lage sein, sich im Licht einer umfassenderen Betrachtung gegebenenfalls neu zu positionieren. Da ZOOM im Augenblick das aus didaktischer Sicht am besten geeignete und damit in der Krisensituation auch am dringendsten benötigte Werkzeug ist – wie auch die intensive Nutzung zeigt –  geht es aus unserer Sicht nicht darum, Warnungen auszusprechen, sondern klare Bedingungen zu skizzieren, die auf den Einsatz jeder Kommunikationssoftware anzuwenden wären.

Wir weisen darauf hin, dass die in der eingangs zitierten Veröffentlichung des BMBWF genannten Bedingungen an Pädagogischen Hochschulen an allen betreffenden Standorten gegeben sind. Dafür zu sorgen, dass auch Bildungsdirektionen und Schulen diese Bedingungen erfüllen können, insbesondere durch die Aushandlung eines Rahmenvertrags mit dem Anbieter sowie durch Bereitstellung von Mitteln und Expertise, könnte ein nächster sinnvoller Schritt in der krisenbedingt beschleunigten Digitalisierung des Bildungs- und Wissenschaftsbetriebs sein. Die E-Learning Strategiegruppe der Pädagogischen Hochschulen (PHeLS) bietet dafür gern ihre Mitarbeit und Unterstützung an.“

E-Learning-Strategiegruppe der österreichischen Pädagogischen Hochschulen (PHeLS)
23. April 2020, www.phels.at

Recherchierte Analysen von ExpertInnen zu Zoom

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