Homeschooling – nach Finnland schauen?

Finnland

Wie arbeiten finnischen LehrerInnen während der Corona-Schulschließungsphase? Finnland wird doch immer als ‚pädagogisches Musterland‘ gesehen.

KURZANTWORT: In Finnland wird der
Unterricht fortgesetzt – digital.

Im Berliner Tagesspiegel habe ich dazu einen Beitrag gefunden, der hier auszugsweise gepostet werden soll:

„Die Schule beginnt auch während der Schulschließung in Finnland um neun Uhr. Damit auch tatsächlich alle gleichzeitig mit dem Unterricht anfangen, gibt es zu Beginn den ersten Videochatkontakt mit den Lehrern oder Lehrerinnen. Der Kontakt mit den Lehrern und der Klasse ist sehr wichtig für die Kinder, damit sie motiviert sind. Sie freuen sich darüber, dass sie  einander sehen und miteinander sprechen können. Die Lehrerin oder der Lehrer verteilt dann die Aufgaben mit der Wilma-Plattform oder anderen Programmen. Benutzt werden auch Google Classroom, Seesaw oder andere. Darüber verschicken sie Videos, Zeichnungen und andere Materialien.“ (Auszug)

„Später schicken die Schüler die Aufgaben wieder zurück, die dann von den Lehrern bewertet werden. Alle Lehrer kümmern sich um ihre Fächer. Auch Sportlehrer verschicken Aufgaben. Es kann zum Beispiel sein, dass ein Schüler draußen eine Übung machen soll und dann davon ein Video an den Lehrer schickt.  Der normale Stundenplan läuft im Prinzip weiter, nur dass unsere Bildungsministerin die Lehrer extra dazu aufgefordert hat, die Kinder nicht zu überfordern. Die Schultage sind also nicht so lang wie sonst.“

Gilt das auch für die GrundschülerInnen?

„Auch Erstklässler erhalten digitalen Unterricht zu allen ihren Fächern. Sie brauchen natürlich noch etwas mehr Hilfe bei den Hausaufgaben. Aber von einer befreundeten Lehrerin, die auch Mutter von zwei Kindern ist, weiß ich, dass auch ihre Tochter in der ersten Klasse etwa vier Schulstunden pro Tag Unterricht bekommt. Dazu gehört auch, dass sie Youtube-Videos von den Lehrern bekommen, die ihnen bei Matheübungen weiterhelfen oder ähnliches.“ (Auszug)

Wie werden Eltern eingebunden und welche Rolle übernehmen sie beim Homelearning?

„In Finnland sagt man, Eltern sollen keine Lehrer sein. Eltern sollen nur sehen, dass Aufgaben erledigt werden, aber sie sollen keinen Unterricht mit den Schülern machen.  Die Lehrer arbeiten momentan genauso viel wie sonst auch. Vielleicht sogar noch mehr. Die Schüler müssen täglich ihre Aufgaben schicken und die Lehrer müssen ihnen ein Feedback geben. Falls ein Kind seine Aufgaben nicht erledigt, muss die Lehrerin nachhaken. Reagiert das Kind auf drei Nachrichten nicht, werden die Eltern kontaktiert. Hilft auch das nicht, wird die Schulsozialarbeiterin eingeschaltet. Dann wird geschaut, wie man die Familie unterstützen kann.“ (Auszug)

Tanja Huutonen ist Botschaftsrätin für Presse und Kultur der finnischen Botschaft in Berlin, hat dem Tagesspiegel das Interview gegeben.

Was lernen wir für Österreich daraus?

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