Home-Learning mit Seesaw. Eine Lehrerin erzählt.

Seesaw-Titel

Digitaler Heimunterricht in der Volksschule

Sabine Rathmayr, Volksschullehrerin an der Volksschule Prießnitzgasse 1/I, erzählt, wie sie mit ihren SchülerInnen „auf Distanz“ lernt.

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Unterrichts-Settings – auch für Volksschulkinder! Von zuhause aus digital unterrichten ist in der Volksschule eine schwierige Angelegenheit, das ist mir bewusst, denn die Volksschüler_innen müssen im Umgang mit digitalen Medien bereits geschult sein. Mit Seesaw kann der digitale Heimunterricht jedoch gelingen!“

Seesaw The Learning Journal

Seesaw ist eine Portfolioapp, die kostenlos (SEESAW CLASS) für alle digitalen Geräte heruntergeladen werden kann. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Seesaw über den PC zu verwenden. Ist die App mit den Schüler_innen zuvor in der Unterrichtsarbeit eingeführt und verwendet worden, können gerade Volksschüler_innen auch ganz leicht von zuhause aus damit arbeiten. „Folgendes habe ich diese Woche umgesetzt: Seesaw: The Learning Journal

  • Videobotschaften können an die Kinder übermittelt werden. So begrüße ich meine Schüler_innen auf diese Weise täglich und gebe ihnen aktuelle wichtige Lerninfos. Hier geht es vor allem darum, für die Kinder da zu sein, sie aufzumuntern, ihren täglichen Routinen einen Rahmen zu geben und ihnen Lern- und Orientierungshilfen zu geben. Hefte, kopierte Arbeitsblätter, Klassenliteratur und Schulbücher haben sie natürlich zuhause.
  • Erklärvideos können direkt in Seesaw gefilmt und den Schüler_innen als Unterstützung angeboten werden. Ich empfehle hier von oben zu filmen. Einfach zwei Sessel auf den Tisch stellen und zwei Besenstiele (oder Ähnliches) auf diese Sessel legen. Nun das Handy darauf platzieren. Ihr könnt euren Schülern dann auf einem Blatt oder in einem Buch Aufgaben aufschreiben und erklären und so Schritt für Schritt-Anleitungen machen.
  • Fragen können von Schüler_innen über eine Notiz (Note) gestellt werden. Als Lehrkraft verliere ich auch nie die Kontrolle über den „Chat“, da alle Posts im Vorfeld von mir bestätigt werden müssen. Ich antworte dann direkt auf die Frage in der Notiz (Sprechblase).
  • PDFs können auf Seesaw auch geteilt werden. So habe ich interessante Übungsangebote aus dem Internet den Schüler_innen zur Verfügung gestellt.
  • Tonaufnahmen können zu jeder Notiz hinzugefügt werden. Für den Musikunterricht habe ich einen Liedertext abgetippt und dann das Lied für die Kinder gesungen und mit der Gitarre begleitet. Nur zur Info, ich bin keine Profimusikerin.
  • Liken wird seit dieser Woche ganz anders von mir eingesetzt. Die Schüler_innen müssen das Herzchen anklicken, wenn sie meine Arbeitsaufträge gesehen haben, damit ich weiß, wer online war.
  • Von erledigten Aufgaben machen die Schüler_innen ein Foto und posten es unter ihrem Namen. Ich habe so Fotos von besonders schönen Zeichnungen von den Kindern erhalten und natürlich gleich meine Begeisterung rückgemeldet.
Ein überzeugendes Beispiel der VS 1210, Prießnitzgasse 1/I

Haben Sie Zuversicht, wenn nicht alles sofort klappt: Sabine Rathmayr scheibt dazu: „Natürlich gelingt es nicht allen Schüler_innen in dieser ersten Woche mit Seesaw alles zu erreichen. Es sind jedoch sehr viele und hier vor allem jene, die keine Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Denn eines ist klar, die Bereitschaft bzw. Fähigkeit, ihr Kind schulisch zu unterstützen, ändert sich auch in dieser Ausnahmesituation nicht. Mit Seesaw kann ich diese soziale Ungerechtigkeit jedoch ein wenig ausgleichen.


Das sind Erfahrungen aus anderen Schulen

Seesaw ist für jede Altersgruppe adaptierbar, kostenlos, mit Email- oder mit QR-Code- Zugang zu verwenden.

Einige Highlights, die besonders auffallen:

  • PädagogInnen behalten beim Posten immer die Hoheit, da für Einträge (auch für Kommentare und das Liken) ihre Zustimmung erforderlich ist (kann verändert werden). Mit dieser ‚Sperre‘ wird gleichzeitig verantwortungsvoller Umgang mit Aussagen im Internet trainiert. Ein Beispiel: Will jemand unflätige Postings einpflegen, dann ist das ein Gegenstand der Diskussion zwischen PädagogInnen und SchülerInnen.
  • Durch die Kommentarfunktion kann in der Klasse eine positive Feedback-Kultur entwickelt werden.
  • Lernen oder Aufgaben können auch außerhalb des Klassenraums gelöst werden, was dem Gedanken des ‚Seamless Learnings‘ sehr entgegenkommt.
  • Texte können mit Audio-Aufnahmen, Zeichen- und Beschriftungswerkzeugen versehen werden – eine andere Art der Bewertung.
  • PädagogInnen entscheiden, wer was sehen kann und ob SchülerInnen und Eltern Likes oder Kommentare hinzufügen können.
  • Alle Eltern oder nur die Eltern einzelner SchülerInnen können, genauso wie SchülerInnen, zentral von den PädagogInnen informiert werden. Eine neue Art (digital) der Kommunikation zwischen Schule und Eltern kann aufgebaut werden. PädagogInnen haben dadurch auch die Möglichkeit, den Eltern einen Einblick in ihre unterrichtliche Arbeit zu geben.
  • Seesaws sofortige visuelle Updates werden von den Eltern gesehen, ermutigen SchülerInnen, überwinden Sprachbarrieren. So werden Notizen, Kommentare und Texte in über 50 Sprachen, darunter Spanisch, Französisch, Chinesisch, Japanisch u.a. übersetzt
  • Neu ist auch ein Klassenblog – eine öffentliche Webseite für die Klasse. Auch hier gilt, dass die PädagogInnen die Moderation übernehmen und damit sicherstellen, dass Gepostetes keine Urheberrechte oder ethische Grundsätze verletzt.
  • Alle Einträge bleiben nach Datum auffindbar – eben ein Portfolio.
  • Autokorrektur bei Einträgen und das Editieren sind möglich.
  • Das Class Setting eröffnet individuelle Anpassungen an Klasse und Altersstufe, egal, ob im 1:1-Modus oder im Shared Device-Modus gearbeitet wird.

Wie bekommen Eltern oder SchülerInnen den Zugang zu den Materialien der PädagogInnen?

Immer mit dem Zugangscode, dem QR-Code. Mit der Seesaw-App wird der QR-Code gescannt und ist damit für die SchülerInnen-Bearbeitung offen. Hier empfiehlt sich aus der Praxis, dass der QR-Code in der Klasse hängt oder in der Schultasche mit nach Hause genommen wird.

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